Risiken Implantate

Welche Risiken bergen Brustimplantate?

Sich einer Brustoperation zu unterziehen kann das Leben eines Menschen sehr zum Positiven verändern. Hunderte unserer Patientinnen können dies bestätigen. Nichtsdestotrotz birgt jede Operation auch gewisse Risiken in sich, so auch eine Brustvergrößerung. Die Onlineplattform „Healthline“ hat hierzu einen Artikel publiziert, dessen Information wir gerne in diesem Blogartikel weitergeben möchten. Um das Risiko so gering wie möglich zu halten, raten wir zum einen, im Vorfeld sorgfältig bei der Wahl des Arztes zu sein, und zum anderen, die Anweisungen zur Nachbehandlung der Brust genauestens zu befolgen bzw. bei etwaigen Auffälligkeiten diesen sofort zu kontaktieren.

Was ist BIA-ALCL?

In letzter Zeit kamen immer wieder Fragen von Patientinnen zu dem Thema „BIA –ALCL“ (breast implant-associated anaplastic large cell lymphoma). Hierbei handelt es sich um eine seltene Form von Krebs, die nicht mit Brustkrebs zu verwechseln ist. Demnach gibt es laut der „World Health Organization” und der “U.S. Food and Drug Administration” einen möglichen Zusammenhang zwischen BIA-ALCL und Brustimplantaten. Bewiesen ist dieser aber nicht. Es wurde versucht in diversen Studien einen Zusammenhang zu finden. Dieser konnte weder ausgeschlossen noch bewiesen werden.

Was verursacht BIA-ALCL?

Wissenschaftler meinen, dass die genaue Ursache für die Entstehung von BIA-ALCL unklar sei. Ungeachtet dessen scheint es, dass die Oberflächentexturierungen der Brustimplantante eine Rolle spielen könnte; so werden texturierte Implantate häufiger in Verbindung mit BIA-ALCL gebracht als glatte Implantate. Grund hierfür kann sein, dass texturierte Implantate über eine größere Oberfläche für die Entstehung von Bakterien verfügen. Diese Bakterien können wiederum eine Infektion hervorrufen, die, in sehr seltenen Fällen, zu BIA-ALCL führen kann. Wie eingangs erwähnt, birgt jede Operation gewisse Risiken in sich. Somit auch die Risiken einer Infektion. Diese kann, unter anderem, dadurch entstehen, wenn Bakterien während der Operation in den Körper der Patientin gelangen. Sollte Ihre bzw. die Wahl des Arztes auf ein texturiertes Implantat fallen, ist es daher von besonders großer Bedeutung, dass die Risiken einer Infektion so gering wie möglich gehalten werden.

Welche Symptome treten bei BIA-ALCL auf?

BIA-ALCL ist zumeist im Gewebe um das Brustimplantat enthalten, kann sich jedoch auch auf andere Regionen im Körper verteilen ­- die Lymphknoten miteingeschlossen.

Häufige Symptome sind:

  • eine anhaltende Schwellung oder Schmerzen um die Brustimplantate, obwohl die Operation schon Jahre zurückliegt
  • eine Ansammlung von Flüssigkeit um das Brustimplantat
  • Verkapselung, die sich in Form von vernarbtem Gewebe um das Brustimplantat oder einer Kapsel unter der Haut, zeigt.

Wie wird BIA-ALCL diagnostiziert?

BIA-ALCL wird als T-Zell-Lymphom klassifiziert. Die Ausgangszelle für T-Zell-Lymphome ist eine einzelne, sogenannte T-Zelle, die durch einen Fehler bei der Zellteilung funktionsuntüchtig wurde und sich ungebremst vermehrt. Der Krebs kann sich entweder schnell oder langsam verbreiten. Abhängig vom Entwicklungsstadium, in dem der Krebs diagnostiziert wurde, und wie aggressiv dieser ist, sind die Aussichten für die Heilung der Patientin.

Wie wird BIA-ALCL behandelt?

Wird BIA-ALCL im ersten Stadium, oder früher, diagnostiziert, reicht es in den meisten Fällen aus, die Brustimplantate zu entfernen, um die Verbreitung der Krankheit zu stoppen. Die Überlebensrate ist in diesem Fall sehr hoch. Bei einer Diagnose von BIA-ALCL im zweiten Stadium kommt es neben der Entfernung der Brustimplantate noch zu einer Chemotherapie, um die Verbreitung der Krankheit zu stoppen. Nichtsdestotrotz beträgt die Überlebensrate 89%. Die genaue Diagnose bzw. Behandlung von BIA-ALCL zu erläutern würde jedoch den Rahmen dieses Artikels sprengen. Wir verweisen daher auf die unten angeführten Links und/oder ein Beratungsgespräch.

Welche Symptome können nach einer Brustoperation auftreten?

Neben den genannten Symptomen, die im Zuge einer BIA-ALCL Erkrankung auftreten können, gibt es weitere Symptome, die mit einer Brustoperation einhergehen können. Es ist sehr wichtig, diese unverzüglich zu behandeln. Sollten Sie, zum Beispiel, Fieber bekommen, starke Schmerzen/Schwellungen/Rötungen haben, es zu einer Absonderung von Flüssigkeit kommen oder sich die Farbe der Brust verändern, ist es erforderlich, schnellstmöglich Ihren Arzt zu konsultieren. Zusätzliche Auswirkungen einer Brustoperation können, unter anderem, sein, dass sich das Gefühl in den Brustwarzen verändert, die Brüste asymmetrisch sind oder das Implantat verrutscht. Darüber hinaus muss in manchen Fällen eine Nachoperation durchgeführt werden.

Weitere Krankheiten, die mit Brustimplantaten in Verbindung gebracht wurden:

Es gab in den letzten Jahren Mutmaßungen von Patientinnen darüber, ob ihre Brustimplantate zu den folgenden Krankheiten geführt haben könnten: Lupus, Sklerodermie, Sklerose und dem SjögrenSyndrom. Studien haben jedoch gezeigt, dass es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen diesen Krankheiten und Brustimplantaten gibt.

Fazit

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es zwar etliche Risiken gibt, die eine Brustvergrößerung mit sich bringt, es sich aber trotzdem um eine weitgehend sichere Operation handelt. Zudem ist der Prozentsatz einer Erkrankung an BIA-ALCL sehr gering. Um das Risiko einer Infektion, eines Implantatsrisses oder einer Brustkrebserkrankung  nach einer Brustoperation zu minimieren, ist es jedoch wesentlich, sich genauestens an die Anweisungen des Arztes zu halten. Ferner sollten Sie sich bei etwaigen Auffälligkeiten bzw. Auftreten der oben genannten Symptome unverzüglich bei Ihrem Arzt melden.

Weiterführende Informationen zu den Risiken einer Brustvergrößerung und BIA-ALCL finden Sie unter den angegebenen Links bzw. erhalten Sie im Zuge eines Beratungsgesprächs.

https://www.healthline.com/health/breast-implant-illness#treatment

https://www.fda.gov/MedicalDevices/ProductsandMedicalProcedures/ImplantsandProsthetics/BreastImplants/ucm239995.htm

https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJM200003163421105