Blogbeitrag Covid-19

Keine Schönheitsoperationen in Zeiten von COVID-19

Warum wir alles stoppen und wann es wieder weitergeht?

Ein Blogbeitrag von Dr. Rolf Bartsch

Zuallererst muss man sagen, dass ich Plastischer Chirurg bin und kein Virologe und diese Zeilen meine ganz persönliche Meinung zu diesem Thema enthalten.

Der Corona Virus mit dem Namen COVID-19 hat die Welt bereits fest im Griff. Die Pandemie bereitet sich immer weiter aus und wir stehen mit der Anzahl der Infizierten wohl erst am Anfang. Aus meiner Sicht hat Österreich und damit die österreichische Bundesregierung, mit ihren Maßnahmen sehr gut und vor allem vergleichsweise schnell reagiert. Die Frage, die mir noch immer viele Patienten per Telefon oder Email stellen ist, warum müssen wir derzeit die Quarantäne einhalten? Die Antwort ist einfach – wenn wir es schaffen, die Anzahl der Infizierten langsamer wachsen zu lassen, können Patienten, die einen schwereren Krankheitsverlauf haben, in den Spitälern auf Intensivstationen versorgt werden. Dies betrifft leider nicht nur alte Menschen und Menschen mit Vorerkrankung, sondern auch jüngere Patienten, diese nur seltener.

Fazit daher: eine langsame Ausbreitung kann Leben retten, auch wenn wir dafür den Preis zahlen dass die Zeit der Infektionen deutlich verlängert wird.

Eine weitere Frage, die mir gerade oft gestellt wird: „Warum haben wir ästhetische und chirurgische Behandlungen komplett eingestellt?“ Gerade in den kommenden Tagen und Wochen, in denen soziale Kontakte auf ein Minimum reduziert werden sollen, und jeder Zeit hat, könnte man doch die eine oder andere Behandlung durchführen?

Die Antwort darauf lautet jedoch von unserer Seite ganz klar: NEIN. Jegliche ästhetischen Eingriffe in Form von Operationen schwächen das Immunsystem für einen kurzen Zeitraum, da es mit der Heilung beschäftigt ist. Dadurch kann eine gleichzeitige oder vorangegangene Infektion mit dem Corona Virus COVID-19 einen schwereren Verlauf einnehmen. Das heißt, das Immunsystem ist mit den Folgen der Operation beschäftigt und kann sich weniger stark um die Verbreitung des Virus im Körper kümmern. Die Virenanzahl kann sich so in kürzester Zeit vervielfachen. Dies könnte bei einem jungen Patienten, der den Virus im Normalfall ohne Symptome mit dem eigenen Immunsystem bekämpft zu einem stärkeren Krankheitsverlauf führen, im schlimmsten Fall braucht er aber Intensivmedizin und muss beatmet werden.

  • Daher ist von allen operativen Eingriffen zum momentanen Zeitpunkt abzuraten.

Gesundheit vor Schönheit.

Nicht operative ästhetische Behandlungen wären aus medizinischer Sicht möglich, nicht aber aus ethischer Sicht. Und auch bei kleineren Eingriffen kann die Infektion weitergetragen werden. Wenn wir uns alle nicht an die verordnete Reduzierung der sozialen Kontakte halten, sondern ästhetische Behandlungen in unserer Ordination weiter durchführen, den vorgegebenen Abstand nicht einhalten, Menschen zusammenbringen, können wir uns selber anstecken, Träger werden und andere anstecken.

Leider ist bei vielen die Dringlichkeit noch nicht angekommen. Wir ernten viel Unverständnis am Telefon, wenn wir uns momentan gezwungen sehen, Operationstermine und Eingriffe anzusagen. Gerade für diese Patienten und auch für neue Patienten ist dieser Blogbeitrag gedacht und soll unserer Sicht der Dinge erklären.

Wir sind und bleiben Mediziner und wollen nicht verkaufen. Wir wollen unseren Beitrag leisten, die Verbreitung von COVID-19 zu verringern.

 Wann geht es weiter?

Diese Frage ist sowohl eine ethisch-medizinische, als auch eine wirtschaftliche Frage. Von unserer Ordination sind nicht nur Mitarbeiter abhängig, sondern auch viele Zulieferer, also wieder Menschen. Wann wird wieder Normalbetrieb herrschen? Diese Frage kann zum heutigen Zeitpunkt mit 18.3.2020 niemand zu 100% beantwortet werden. Es ist aber zu hoffen und anzunehmen, daß die Infektionskurve in den nächsten Wochen abklingt. Dann werden Regierungen gezwungen werden, das öffentliche Leben wieder langsam in Gang zu setzen. Die Wirtschaft leidet enorm und viele Menschen fürchten um ihre Existenz. Es ist aber heute schwer abzuschätzen, wann wir den Betrieb wiederaufnehmen. Wird es Anfang Mai, Juni oder doch erst Juli sein? Dies hängt davon ab wie viele Menschen, sich genau an die Reduzierung der Sozialkontakte halten. Und hier kann jeder Einzelne seinen Beitrag leisten.

Mein Appell an Sie: Befolgen Sie die jetzigen Maßnahmen!

Sorgen Sie für eine intensive Händedesinfektion.

Halten Sie Abstand.

Verlassen Sie das Haus nur für dringende Dinge, wie einen dringenden Einkauf für Lebensmittel oder Wege zur Apotheke, oder um anderen zu helfen.

Denn nur so können wir die Ausbreitung des Virus verlangsamen und Leben retten.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis und freuen uns auf ein Wiedersehen in hoffentlich einigen Wochen in unserer Ordination.

Ihnen und Ihren Familien viel Gesundheit und Alles Gute.

Ich stehe für persönliche Anliegen via Whats App +4369911222000 zur Verfügung.

Dr. Rolf Bartsch und Dr. Katrin Bartsch mit dem Team von theaesthetics.