Brustimplantate halten nicht ein Leben lang. Auch moderne Brustimplantate sollten nach etwa 15 Jahren ersetzt werden, ältere Silikonimplantate sollten je nach Hersteller schon nach 10 bis 15 Jahren gewechselt werden. Bis dahin empfiehlt Dr. Rolf Bartsch regelmäßige Kontrollen mit Ultraschall, ab dem zehnten Jahr zusätzlich eine Magnetresonanztomographie (MRT).
Halten Brustimplantate wirklich ein Leben lang?
Nein. Dass Brustimplantate für immer halten, sieht Dr. Bartsch als falsch an, und so kommunizieren wir es auch nicht. Ein festes Ablaufdatum gibt es nicht, aber jedes Implantat altert im Körper. Bei jeder Bewegung wird es ein wenig gebogen und gedrückt. Löst sich das Silikongel an einer Stelle von der Hülle, entsteht dort eine Schwachstelle. Mit den Jahren kann die Hülle an genau dieser Stelle reißen.
Viele Frauen tragen ihre Implantate über viele Jahre ohne Beschwerden. Das heißt aber nicht, dass das Implantat noch intakt ist. Moderne Implantate haben ein festeres Gel und eine Hülle, die weniger leicht einknickt. Die Lebensdauer von Brustimplantaten ist deshalb heute in der Regel länger als bei älteren Generationen. Ob Sie ein älteres oder ein neueres Modell tragen, steht in Ihrem Implantatpass. Fehlt er, fragen Sie bei Ihrem plastischen Chirurgen nach, welches Implantat eingesetzt wurde.
Wann müssen Brustimplantate gewechselt werden?
Spätestens nach 10 bis 15 Jahren sollten Sie sich intensiv mit dem Gedanken an einen Wechsel auseinandersetzen. Irgendwann ist ein Austausch auf jeden Fall notwendig. Wann genau, hängt vom Zustand der Implantate, vom Befund und von Ihren Wünschen ab.
Gründe für einen Implantatwechsel vor dieser Zeit können sein:
- ein Riss des Implantats (Ruptur),
- eine Kapselfibrose, also eine Verhärtung des Bindegewebes um das Implantat, ab Stadium Baker III,
- ein verrutschtes oder verdrehtes Implantat,
- eine deutlich veränderte Form der Brust nach Schwangerschaft, Stillzeit oder starken Gewichtsschwankungen.
Beim Wechsel lässt sich auch die Größe ändern. Ein größeres Implantat ist dabei leichter möglich als ein deutlich kleineres. Um das alte Implantat hat sich ein Bindegewebsmantel gebildet, der sich nach dem Implantat ausgedehnt hat. Ist das neue Implantat deutlich kleiner, sitzt es in dieser Tasche nicht mehr stabil. Die Brust lässt sich beim Wechsel auch mit einer Bruststraffung anheben. Steht ein Wechsel an, ist auch eine Entfernung ohne neues Implantat ein Thema: Manche Patientinnen möchten die Implantate ganz entfernen lassen. Jeder Wechsel ist ein chirurgischer Eingriff. Mögliche Komplikationen wie Nachblutung oder Infektion besprechen wir vorher mit Ihnen.
Wie ein Wechsel abläuft, beschreiben wir auf der Seite Implantatwechsel.
Welche Kontrollen sind sinnvoll?
| Zeitraum | Kontrolle |
| 1. bis 10. Jahr | Ultraschall mindestens alle 2 Jahre |
| ab dem 10. Jahr | Ultraschall jährlich, dazu MRT ohne Kontrastmittel |
Regelmäßige Kontrolluntersuchungen gehören zur Nachsorge nach jeder Brustvergrößerung. Sie helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Für die MRT-Untersuchung von Brustimplantaten genügt ein MRT ohne Kontrastmittel. Eine eigene Silikonsequenz macht das Silikon sichtbar, so lässt sich erkennen, ob die Hülle intakt ist. Ein MRT mit Kontrastmittel ist nur nötig, wenn es um die Brustkrebsvorsorge geht.
Ultraschall und MRT sind allerdings Momentaufnahmen. Sie zeigen, in welchem Zustand das Implantat am Tag der Untersuchung ist. Wie lange es danach noch hält, kann keine Untersuchung vorhersagen.
Kann ein Brustimplantat reißen?
Ja. Ein Implantat kann durch langsamen Verschleiß reißen, aber auch durch einen Unfall oder eine Verletzung der Brust. Manche Patientinnen bemerken den Riss nach einer Stillzeit oder einer anderen starken Belastung der Brust. Auch beim Einsetzen kann die Hülle beschädigt werden. Dieses Risiko lässt sich mit einer sorgfältigen Operationstechnik gering halten.
Wie merke ich einen Implantatriss?
Patientinnen mit einem gerissenen Implantat berichten oft von Schmerzen in der betroffenen Brust. Es gibt aber auch sogenannte stille Risse, die Patientinnen nicht bemerken. Bei einem stillen Riss tritt das Silikon langsam aus, bleibt aber häufig in der Kapsel um das Implantat, also im Gewebe, das jedes Implantat umgibt. Über die Zeit kann ausgetretenes Silikon aber auch in die Lymphknoten wandern. Oft zeigt er sich erst in der Kontrolle oder durch die Folgen, wenn sich die Brust verändert.
Haben Sie Schmerzen in einer Brust, bemerken Sie eine Verformung oder wird die Brust fester, lassen Sie das bitte rasch abklären. Wir untersuchen die Brust, kontrollieren das Implantat im Ultraschall und veranlassen bei Bedarf ein MRT. Ist das Implantat gerissen, wird es gewechselt.
Was übernimmt die Garantie des Herstellers?
Die Hersteller bieten Garantien an, die sich im Detail unterscheiden. Für Motiva®-Implantate, die wir verwenden, gilt laut Hersteller:
- Bei einem Riss ersetzt Motiva® das Implantat lebenslang.
- Bei einer Kapselfibrose der Stadien Baker III und IV ersetzt Motiva® das Implantat 10 Jahre lang.
- Im JOY-Programm gilt zusätzlich eine erweiterte Garantie über 5 Jahre. Sie umfasst einen pauschalen Zuschuss zu den Kosten einer Revisionsoperation.
Die Garantie deckt also vor allem das Implantat ab, die Operation nur zum Teil. Die genauen Bedingungen legt Motiva® fest. Dazu gehört, dass das Implantat nach der Operation registriert wird.
Häufige Fragen zur Haltbarkeit von Brustimplantaten
Muss ich meine Implantate nach 10 Jahren wechseln lassen?
Nicht automatisch, eine feste Regel, dass Brustimplantate alle 10 Jahre ersetzt werden müssen, gibt es nicht. Ab dem zehnten Jahr sollten Sie aber jährlich kontrollieren lassen und sich mit einem Wechsel auseinandersetzen. Bei älteren Implantaten rät Dr. Bartsch eher zu einem früheren Wechsel als bei modernen.
Reicht eine Ultraschallkontrolle?
In den ersten 10 Jahren in der Regel ja. Ab dem zehnten Jahr empfehlen wir zusätzlich ein MRT ohne Kontrastmittel, weil es Silikon außerhalb der Hülle besser darstellt.
Meine Implantate wurden woanders eingesetzt. Kann ich zur Kontrolle kommen?
Ja. Bringen Sie bitte Ihren Implantatpass und, wenn vorhanden, einen aktuellen Ultraschall- oder MRT-Befund mit. Dann besprechen wir, ob ein Wechsel ansteht.
Ihre Beratung zum Implantatwechsel
Dr. Bartsch ist Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie. In der Beratung untersucht er Ihre Brust, sieht sich Ihre Befunde an und bespricht mit Ihnen, ob und wann ein Wechsel sinnvoll ist. Mehr zur Brustvergrößerung mit Implantaten finden Sie auf der Seite Brustvergrößerung in Wien, zur Form der Implantate im Beitrag Runde oder anatomische Implantate?.