Lymphome durch Brustimplantate

Lymphome durch Brustimplantate?

Was ist das Brustimplantat-assoziierte anaplastische großzellige Lymphom?

Sich einer Brustoperation zu unterziehen kann das Leben eines Menschen sehr zum Positiven verändern. Hunderte unserer Patientinnen werden das bestätigen. Dennoch birgt jede Operation auch gewisse Risiken. Eine Brustvergrößerung ist hier keine Ausnahme.

Eines dieser Risiken sorgt in letzter Zeit vermehrt für Diskussionen: das Brustimplantat-assoziierte anaplastische großzellige Lymphom (BIA-ALCL). Die Gesundheitsplattform “Healthline” hat nun einen Artikel publiziert, dessen Information wir gerne in diesem Blogartikel weitergeben möchten.

Was ist BIA-ALCL?

BIA-ALCL steht für “breast implant-associated anaplastic large cell lymphoma” (deutsch: Brustimplantat-assoziiertes anaplastisches großzelliges Lymphom). Hierbei handelt es sich um eine seltene Form von Krebs, die nicht mit Brustkrebs zu verwechseln ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die amerikanische Zulassungsbehörde für Medikamente (FDA) sprechen von einem möglichen Zusammenhang zwischen BIA-ALCL und Brustimplantaten. Bewiesen ist dieser jedoch nicht. Bisherige Studien, die versuchen, eine Verbindung zwischen Implantat und Lymphom aufzuzeigen, sind aufgrund der geringen Datenlage nicht wissenschaftlich belastbar. Bei der FSA sind derzeit etwas über 400 Fälle registriert. Wenn man die Anzahl an Brustimplantat Trägerinnen dazu vergleicht ist die Häufigkeit bei weniger als 0,5 : 1.000.0000

Was verursacht BIA-ALCL?

Die genaue Ursache für die Entstehung von BIA-ALCL ist unklar. Es wird vermutet, dass die Oberflächenstruktur der Brustimplantante eine Rolle spielt: demnach werden Implantate mit texturierter Oberfläche häufiger mit BIA-ALCL in Verbindung gebracht als glattwandige Implantate. Ein möglicher Grund dafür ist, dass durch die Textur eine größere Oberfläche entsteht, die leider auch Bakterien mehr Raum bietet. Diese Bakterien können wiederum eine Infektion hervorrufen, die, in sehr seltenen Fällen, zu BIA-ALCL führt. Nur leider ist diese Theorie auch auf wackligen Beinen, da es sich bei über 30 Fällen von BIA-ALCL um glatte Implantate handelte.

Sollten Ihre bzw. die Wahl Ihres Arztes auf ein texturiertes Implantat fallen, ist es daher von besonders großer Bedeutung, die Risiken einer Infektion so gering wie möglich zu halten. Wie so oft zeigt sich auch hier das es vor allem darauf ankommt wie operiert und gearbeitet wird.

texturiertes Implantat

Unterschiedliche Implantatoberflächen

Welche Symptome treten bei BIA-ALCL auf?

BIA-ALCL tritt meist im Gewebe um das Brustimplantat auf, kann sich jedoch auch auf andere Regionen im Körper verteilen, u.a. auf die Lymphknoten.

Häufige Symptome sind:

  • anhaltende Schwellung oder Schmerzen im Bereich der Brustimplantate, obwohl die Operation schon Jahre zurückliegt
  • Ansammlung von Flüssigkeit um das Brustimplantat
  • Verkapselung in Form von vernarbtem Gewebe um das Brustimplantat oder als Kapsel unter der Haut

Das heißt aber auf keinen Fall, da bei jeder Kapselfibrose auch an eine BIA-ALCL zu denken ist.

Wie wird BIA-ALCL diagnostiziert?

Die Hälfte aller gemeldeten Fälle von BIA-ALCL wurde meist  innerhalb von 7 bis 8 Jahren nach dem Einsetzen von Brustimplantaten gemeldet. Wenn ein Arzt BIA-ALCL vermutet, werden verschiedene Tests durchgeführt, um andere Ursachen der Symptome auszuschließen. Dabei kann der Arzt zum Beispiel eine Biopsie des Gewebes durchführen oder eine ultraschall-gesteuerte Sekretabsaugung. Die Wissenschaft hat hier in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht und entsprechende Diagnose-Standards etabliert.

Wie wird BIA-ALCL behandelt?

Wird BIA-ALCL frühzeitig diagnostiziert, reicht es in den meisten Fällen aus, die Brustimplantate zu entfernen, um die Verbreitung der Krankheit zu stoppen. Bei einer Diagnose von BIA-ALCL im zweiten Stadium kommt es neben der Entfernung der Brustimplantate noch zu einer Chemotherapie, um die Krankheit aufzuhalten.

Die genaue Diagnose bzw. Behandlung von BIA-ALCL würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Wir verweisen aber gerne auf die unten angeführten Links und/oder ein Beratungsgespräch mit dem Arzt Ihres Vertrauens